"Wohl
dem, der seiner Väter gern gedenkt!" (Goethe)
Anfang des Jahres 1999 begann ich meine
Idee, die Wurzeln meiner Herkunft zu erforschen, in die Tat umzusetzen. Es
begann mit dem Kauf eines billigen Computerprogrammes zur Erstellung von Stammbäumen.
Zunächst wurden sämtliche
Familienmitglieder, auch entfernte Verwandte, einer hochnotpeinlichen Befragung
unterzogen. Schnell mußte ich feststellen, daß ich mindestens 10 Jahre zu spät
begonnen habe, denn eine Vielzahl von Personen, die mit Ihrem Wissen einen
entscheidenden Beitrag hätten
leisten können, waren in den
letzten 10 Jahren verstorben. Es fehlte das Wissen einer ganzen Generation.
Erschwerend war auch die Tatsache, daß
mein Vater 1945 lediglich 10 Minuten Zeit hatte sein Elternhaus im damaligen
Ratzersdorf, heute Bratislava-Raca in der Slovakei, zu verlassen. An die
Mitnahme von Dokumenten und Fotos dachte in diesem Moment niemand, so daß hier
zunächst nur die Erinnerungen als Grundlage für die Erstellung der Ahnentafel
dienten.
Meine Mutter hatte von Ihrem Vater ein
vorbildlich geführtes Familienstammbuch und einige Abschriften aus
standesamtlichen Unterlagen des Regierungsbezirkes Neumark im heutigen Polen
bekommen.
Der nächste Schritt resultierte aus
der Überzeugung, daß sowohl der Name Gschweng, als auch der Name Hühnerfuß
nicht so häufig wie Müller, Meier, Schulze usw. vorkommen und es ein Ding der
Unmöglickeit sei, daß alle Träger dieser Namen nicht irgendwie miteinander
verwandt sein müssen.
Dies erwies sich als Trugschluß. Auf
der D-Info Adressen- und Telefonauskunft-CD fand
ich über 60 Gschweng´s die zwar alle Ihren Ursprung in der Region Preßburg
(heute Bratislava in der Slovakei) haben, jedoch nach ersten
Erkenntnissen bis zu dem Zeitpunkt, bis zu dem sich ihre Stammbäume zurück
verfolgen ließen, nicht miteinander verwandt sind. Ich habe aber von allen
bereitwillig telefonisch Auskunft
und auch
Schriftstücke und Fotos erhalten.
Diese sind von mir gespeichert worden, jedoch nicht Gegenstand dieses Buches.
Bei meinen Telefonaten geriet ich an
Frau Jolan Peters aus Geisenheim. Sie konnte mir die Adresse vom letzen Pfarrer
in Ratzersdorf, Herrn Eduard Drgala geben. Dieser hatte die Kirchenbücher aus
Ratzersdorf mit nach Deutschland genommen. Auf Grund seines hohen Alters hat er
die Bücher jedoch inzwischen weitergegeben.
Dem jetzigen Verwalter gebührt mein
besonderer Dank, denn eine Vielzahl von Informationen verdanke ich seiner
kostenlosen Recherchearbeit. Mir liegen 18 bestätigte und 4 unbestätigte
Abschriften aus den Tauf- und Trauungsbüchern der evangelischen Kirchengemeinde
Ratzersdorf vor, die von 1835-1945 in Ratzersdorf geführt wurden.
Damit war ich mit der Erforschung der
Herkunft der Gschweng´s vorläufig am Ende.
Ich entschloß mich dazu, mich an die offiziellen Stellen in der Slovakei zu wenden und beauftragte das zentrale Archiv von Bratislava (OKRESNÝ ÚRAD BRATISLAVA I, ARCHIV MESTA BRATISLAVY, Medena 2, 81499 BRATISLAVA) mit der weiteren Suche nach Vorfahren. Es gelang mir damit, die Schwelle zum 18. Jahrhundert zu überschreiten. Neben Informationen in Textform schickten mir die Archivmitarbeiter einige Fotokopien aus den Tauf- und Trauungsbüchern von Preßburg.
Als auch diese Quellen nichts mehr herzugeben schienen, entschloß ich mich, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Sehr hilfreich war mir dabei Vladimir Bohinc aus Nove Mesto ( konekta@nm.psg.sk ). Die Dienstleistungen seiner Firma KONEKTA kosten etwa 400,-DM pro Tag, wobei man für dieses Geld sehr viel bekommt. Mehr über die Firma erfaährt man unter der Homepage
Soweit zu den Nachforschungen zu den
Vorfahren väterlicherseits.
In Richtung Hühnerfuß hatte mein Großvater
mit seinem Familienstammbuch gute Vorarbeit geleistet. Eine Befragung war
allerdings ebenfalls nicht mehr möglich, da er bereits 1991 verstarb.
Die Befragung der heute noch lebenden Hühnerfüße
ergab, daß alle aus den Kreisen Arnswalde und Friedeberg stammen, aber
verwandschaftliche Beziehungen ebenfalls nicht nachweisbar sind.. Allerdings
stieß ich bei meinen Telefonaten in Rathenow auf Herrn Hans Hühnerfuß, der
sich als Cousin meiner Mutter zu erkennen gab. Dies hatte sie mir bisher
verschwiegen. An dieser Stelle möchte ich anmerken, daß man seinen Verwandten
alles aus der Nase ziehen mußte, von sich aus gaben sie nur bedingt ihr Wissen
preis.
Da sich Hans
ebenfalls schon mit der Geschichte seiner Familie und seiner
westpommerschen Heimat beschäftigt hatte, brachten mich seine
Erkenntnisse ein gutes Stück weiter. Glücklicherweise war er im Besitz von
mehreren amtlichen Unterlagen und Dokumenten, die meinen Stammbaum um weitere 2
Generationen ebenfalls bis in das 18. Jahrhundert verlängerten. Kopien davon
befinden sich in meinem Besitz.
Anfang September 1999 besuchte ich Hans
während seines Kuraufenthaltes in Ahrenshoop und hatte ein 2-stündiges Gespräch
mit ihn über die Hühnerfüße und ihre Herkunft.
In Richtung Hühnerfuß bin ich nicht
der einzige "Ahnenforscher" auf der Welt. Ich habe Kontakt zu Eberhard
Hühnerfuß in Bad Hersfeld und zu Donald Hühnerfuß in Wausau, Wisconsin USA.
Ihre Stammbäume incl. Fotos habe ich mir schicken lassen bzw. aus dem Internet
von ihrer Homepage heruntergeladen. Vielleicht gelingt es uns irgenwann, alle
Stammbäume miteinander zu verbinden.
Dazu beabsichtige ich demnächst, die
im Vorpommerschen Landesarchiv Greifswald befindlichen Kirchenbücher der Kreise
Friedeberg und Arnswalde einzusehen und auszuwerten. Desweiteren werde ich die
von den Mormonen verfilmten Kirchenbücher in ihrer Außenstelle in Wolgast nach
weiteren Vorfahren durchsuchen.
Soweit die bisherige Arbeit, deren Ergebnis nachfolgend eingesehen werden kann.
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